Geschichte vor Ort

 

Die neunten Klassen besuchten die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

 

 In der Schule erfährt jeder früher oder später von den verwirrenden, unvorstellbaren und auch grausamen Einzelheiten der Naziherrschaft im Deutschland der 30er und 40er Jahre.

 

 Wie Hitler an die Macht kam und welche Tricks er anwendete, kann man nachlesen und erklären. Wie die Organisationen der Nationalsozialisten gewirkt haben, kann man durchschauen. Welches Welt- und Menschenbild dahinter stand, darüber kann man den Kopf schütteln...

 

Aber wie Hitler und seine SS-Leute so unendlich viele Menschen in den Konzentrationslagen umbringen konnten, ist kaum erklärbar. Es gibt nur eine Chance: Vor Ort nach Erklärungen suchen!

 

Die neunten Klassen machten am ersten Dezember 2011 den Versuch und führen zur KZ-Gedenkstätte Flossenbürg.

 

 Es war ein kalter, nebliger Tag, die Temperaturen unter Null, aber wir hatten erst einmal einen gemütlich warmen Bus. Ein Luxus, von dem die Gefangenen des KZ nicht einmal zu träumen wagten, wie wir gleich erfahren sollten.

 

Sommers wie winters mussten sie in derselben Kleidung - Stoffhose und –Jacke, Holzschuhe, kein Mantel, keine Handschuhe ... - den ganzen Tag im Steinbruch arbeiten. „Vernichtung durch Arbeit“ – das war das unmenschliche Konzept dieses Lagers, das schon deutlich wurde, als wir in den gleichen Raum geführt wurden, den auch die Gefangenen als erstes nach ihrer Einlieferung betraten. Dort mussten sie ihre Kleidung ablegen, alle persönlichen Gegenstände - und letztendlich auch ihre Menschenwürde...

 

Erst in diesem und den weiteren Räumen und auch auf dem Gelände und in der Ausstellung wurde klar wie dieses Vernichtungslager funktionieren konnte.

 

 Die Frage: „Wie kann ein Mensch so etwas nur anderen Menschen antun?“, bleibt allerdings unbeantwortet. Die Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen und auch die Lehrer haben nach dem Besuch der Gedenkstätte eine größere Chance für sich eine Antwort zu finden. Und jedem war klar: „Das darf nie wieder passieren!“