Fragen an die Geschichte – beantwortet von einer Frau, die sie erlebt hat

 

Bella RosenkranzGeschichte in der Schule – das bedeutet für viele nur Jahreszahlen, Kriege, berühmte und berüchtigte Personen. Aber Geschichte wird nicht nur von Menschen gemacht, sondern auch, und vor allem, von Menschen erlebt oder erlitten.

Was gäbe es Besseres, als diesen Menschen in der Schule das Wort zu geben?

Welche Folgen die geschichtlichen Ereignisse und politischen Entscheidungen für den einzelnen Menschen hatten, stand am Mittwochvormittag für die neunten Klassen im Mittelpunkt. Mit Bella Rosenkranz, die in Fürth aufgewachsen ist und die Machtübernahme Hitlers und die unmittelbaren Folgen am eigenen Leib erlebt hat, verbrachten die Schüler zwei aufschlussreiche, spannende und auch kurzweilige Stunden.

 

Aus dem Buch, das Bella Rosenkranz über ihre Lebenserinnerungen geschrieben hatte, las sie ausgesuchte Passagen vor. Die Schüler konnten jeweils gleich im Anschluss Fragen stellen. Beeindruckt und betroffen waren die Jugendlichen dabei nicht nur von den Erlebnissen während der Deportation, der Gefangenschaft oder auch ihrem abenteuerlichen Weg zurück nach Fürth. Vor allem die Offenheit und Ehrlichkeit, mit der sie die Fragen aus der Runde beantwortete, begeisterte die jungen Zuhörer. Dabei machte Bella Rosenkranz keinen Unterschied, ob die Nachfragen sich um Judentum, geschichtliche Fakten, Hygiene im Lager oder persönliches Empfinden drehten. Keine Frage blieb ohne Antwort.

 

 

 

 

„Ich hätte mich das nicht getraut, Respekt!“, solche und andere anerkennende Äußerungen fielen nach der Veranstaltung. Schüler wie Lehrer waren sich einig: „Das sollten möglichst viele hören!“

 

Bericht: Markus Gleixner